Ein Ortsteil von Feldkirch und durch die Parzelle Bangs auch das westlichste Dorf Österreichs

Frohbotschaft den Kindern bringen - Interview mit Nikolaus Müller aus Nofels

05.12.2017 23:58

Im dritten Jahr praktizieren die Nikolausteams, die in Nofels unterwegs sind, eine Froh- statt einer Drohbotschaft, Nikolaus (nomen est omen) Müller und seine Gattin Helene organisieren seit zwölf Jahren diese Aktion im Dorf.

Wie kam es dazu, dass die Nikolausteams in Nofels weg von der ursprünglichen Drohbotschaft kamen? Wie sind die Reaktionen darauf?

Nikolaus Müller: Wir sind der Meinung, dass der Nikolaus die Legende der Frohbotschaft des Guten verbreitet und nicht tadelt. Es wurde von der Bevölkerung unterschiedlich aufgenommen, jedoch größtenteils positiv.

Was waren Dinge, welche Eltern vorrangig an ihren Sprösslingen getadelt haben?

Müller: Zähne putzen, mehr lernen, Hausschuhe anziehen, nicht trödeln und vieles mehr.

Ist es zeitgemäß, dass der Nikolaus vom Knecht Ruprecht (oder Krampus) begleitet wird?

Müller: Ja, es ist zeitgemäß, dass der Knecht Ruprecht begleitet. Er ist der Gehilfe und Begleiter vom hl. Nikolaus (wie der Legende nach). Und genau das versuchen wir zu vermitteln.

Neben Familien mit Kindern, wer wird von den Nikolausteams noch besucht?

Müller: Besucht werden in den nächsten Tagen auch Kindergärten, Schulen, Vereine und Seniorenheime. Aber auch bei privaten Feiern im Dorf sind wir dabei.

Wie wird man eigentlich Nikolaus und woher beziehen Sie Mitra, Stab oder Stola?

Müller: Nikolaus werden solche Männer, die sich die Zeit vom 4. bis 8. Dezember nehmen und auch bereit sind, in das Gewand des hl. Nikolaus zu schlüpfen, um das Gute in die Häuser zu tragen. Das Ganze geschieht natürlich als Ehrenamt. Wir sind auch das ganze Jahr über aufmerksam, wer für das Amt in Frage käme. Dann sprechen wir die Person an und freuen uns, wenn diese zusagt. Voraussetzung ist auch, dass der Nikolaus auf die Kinder und die jeweilige Situation in den Häusern eingehen kann. Die typisch roten Mäntel, Stab und Mütze und das goldene Buch haben wir von unseren Vorgängern Friedi und Gebi Lang übernommen.

Wie lange dauert die Vorbereitungszeit und was motiviert Sie nach zwölf Jahren, diese ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben?

Müller: Ab November beginnt die Vorbereitung – Kleider bügeln, Perücken und Bärte waschen, Reparatur- und Flickarbeiten an den Gewändern sowie Anmeldeformulare termingerecht zur Aussendung zu bringen – und vieles mehr. Mit einem tollen Team zusammen zu arbeiten und ehrenamtlich die Botschaft des hl. Nikolaus in die Häuser zu tragen, die Freude in den Kinderaugen zu sehen sowie die vielen positiven Rückmeldungen – das sind alles Dinge, die uns gefallen und uns weiterhin motivieren. Wenn wir durch die Straßen ziehen, ist es immer wieder schön, Menschen zu begegnen, ihnen die Hand reichen und ihnen so eine kleine Freude machen zu können.

Welche kleinen Helferlein wirken zudem im Hintergrund mit?

Müller: Viele kleine Helfer sind im Hintergrund tätig. Dafür sind wir auch sehr dankbar, denn ein Miteinander ist lobenswert und ein gutes Gefühl und eine Motivation für das nächste Jahr.

Freiwillige Spenden werden für soziale Fälle im Dorf verwendet. Nach welchen Kriterien bestimmen Sie diese?

Müller: Die Spenden werden ausschließlich für soziale Fälle im Dorf eingesetzt. Im Team wird beraten – je nach Dringlichkeit und Situation –, an wen die Spende geht.

Welche lustige Situation bleibt dem Nikolaus besonders in steter Erinnerung?

Müller: Da gibt es natürlich so manche. Zum Beispiel, wenn Eltern ihre Kinder dazu animieren wollen, Hausschuhe zu tragen, selbst aber keine anziehen.

Oder ein weiteres Beispiel: Ein zehnjähriger Junge sollte sich selbstständig anziehen und dieser meinte: „Wenn dia (Mutter) s’Häs ned herrichtat, denn kann i mi jo net alega!“ Lustig und zugleich schön ist für uns auch jedes Mal wenn Kinder musizieren (öfters auch den Ton nicht treffen) oder Gedichte aufsagen und Geschenke basteln.

Zur Person

Nikolaus Müller

geb.: 5. Juni 1950 in Satteins

Familie: Gattin Helene, Tochter Barbara und Christoph Stieger mit Enkel Raphael und Adrian

Beruf: Tischler

Hobbys: etwas jagen, Biken und Rikscha fahren

Lebensmotto: Genieße das
Leben, solange du kannst.

Lieblingsland: Vorarlberg

An Vorarlberg schätzt er: Die Schönheit und die ruhigen
Plätzchen

Kontakt: nikolaus.nofels@iplace.at oder Tel. 0699/122 755 64


(Quelle neue.at)