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Bewährter Hochwasserschutz an der Ill in Nofels

26.06.2016 07:00
In den vergangenen Wochen wurde aufgrund der anhaltenden Regenfälle immer wieder von Überflutungen in Vorarlberg und Süddeutschland berichtet. In Feldkirch wurden vereinzelte Keller überflutet. Im Nahbereich der Nafla oder Ill konnte aufgrund von vielen Maßnahmen, die in den letzten Jahren getroffen wurden, ein Übertreten des Wassers verhindert werden.

Die Hochwassersicherheit im Bereich der Stadt Feldkirch wurde in den letzten Jahren laufend verbessert. Sowohl im Flussbereich der Ill als auch bei der Nafla wurden umfangreiche Maßnahmen umgesetzt (siehe untenstehende Infobox).

Projekte an der Nafla
Im Gegensatz zur Ill springt die Nafla sehr rasch auf heftige Niederschläge an. Ebenso befinden sich speziell in Altenstadt und Gisingen beim Bachverlauf etliche Wohnhäuser, die rasch von Hochwasser gefährdet sind.
Im Jänner 2010 wurde eine Wasserrückhalteanlage in Rankweil angelegt und so konzipiert, dass zwei Dämme mit regulierbaren Durchlässen dafür sorgen, dass die Nafla bei einer zu großen Wassermenge in zwei Auffangbecken mit einem Gesamtfassungsvolumen von 76.000 m3 rückgehalten wird. Diese Maßnahme hat beispielsweise im Juni 2013 und auch in den vergangenen Tagen ein Übertreten der Nafla verhindert. Auch beim Loger wurde bereits im Jahr 2001 ein Rückhaltebecken angelegt, das bei Vollfüllung 20.000 m3 Wasser aufnimmt. Ein weiterer Wasserrückhalt ist dort bereits in Planung. Das Rückhaltebecken Rüttenen schützt das Betriebsgebiet in Paspels.

Maßnahmen an der Ill
Die Ill kann bei anhaltenden Regenfällen gefährlich ansteigen, wie das Hochwasser im Jahr 2005 gezeigt hat. Auch hier wurden in den vergangenen Jahren viele Maßnahmen gesetzt:

  • Bau der neuen Sohlrampe im Mündungsbereich Rhein 2000/2001 sowie 2001/2002.
  • Eintiefung der Ill-Stadtstrecke in Feldkirch im Jahre 2001/2002.
  • Optimierung des Durchflussquerschnittes mittels Rodungsarbeiten an den Dämmen im Abschnitt Nofler-Brücke bis zur Ill-Mündung im Jahre 2006 und weiteren Jahren.
  • Ufermauererhöhung, mobile Leitwände, demontierbare Geländer, Abweisvorrichtung zur Verringerung der Verklausungsgefahr an der Montfortbrücke, Umbau zur Anhebung des Elisabethsteges im Bereich der Stadtstrecke Feldkirch im Jahre 2008.
  • Mehrere Hochwasserschutzprojekte im Oberlauf im Gemeindebereich Frastanz, Göfis und Nenzing. 
  • Errichtung von Hochwasserrückhaltebecken in Bludesch/Gais mit einem Retentionsvolumen von ca. 600.000 m³ in den Jahren 2013 bis 2015.


Laufende Projekte
Jährliche Instandhaltungsmaßnahmen werden seit 2010 in der Höhe von ca. 250.000 Euro pro Jahr umgesetzt.
Beginnend mit 2016/2017 werden im Flussabschnitt Gisingen/Tosters/Nofels die Fußsicherungen der Dämme, die Sohlrampe bei der ÖBB-Brücke, die Fundamente der Noflerbrücke sowie die Radwegetrasse erneuert und das Flussbett aufgeweitet. Das Gesamtbauvolumen für diese Maßnahmen beträgt ca. 6,3 Millionen Euro.

Projekte in Planung
Aktuell geplant ist ein Hochwasserschutz- und Rückhalteprojekt im Bereich der Gemeinden Frastanz, Nenzing, Schlins und Satteins mit einem Retentionsvolumen von ca. 600.000 m³. 
Zur Sicherstellung der Abfuhr eines 100-jährlichen Hochwasser-ereignisses im Bereich der Feldkircher Innenstadt ist zudem eine Aufweitung der Kapfschlucht voraussichtlich in den Jahren 2019 bis 2021 mit einer Gesamtinvestitionssumme von ca. 8,5 Millionen Euro geplant.

Maßnahmen zeigen Wirkung
Investitionen in den letzten 15 Jahren in der Höhe von ca. 30 Millionen Euro brachten eine deutliche Verbesserung der Hochwassersicherheit für die Stadt Feldkirch. Schäden im Zuge des Hochwasserereignisses 2005 konnten dadurch vermieden werden. Mit der Fertigstellung des Projektes Hochwasserrückhalt Bludesch/Gais und den geplanten weiteren Hochwasserprojekten soll die Hochwassersicherheit der Stadt Feldkirch sukzessive erhöht werden. 
Alle Retentionsmaßnahmen im Oberlauf der Ill erhöhen zusätzlich die Hochwassersicherheit in der Stadt Feldkirch.

(Quelle feldkirch.at)