Ein Ortsteil von Feldkirch und durch die Parzelle Bangs auch das westlichste Dorf Österreichs

Laufen im Winter

Asylheim in Nofels - mehr als ein Gerücht!

04.09.2015 08:29

Bald könnte die nächste Fabrikshalle zur Asylunterkunft werden. Nach der Zumtobel-Kerzen-Halle in Dornbirn wurde dem Land eine leerstehende Halle auf dem ehemaligen „Graf-Areal“ in Feldkirch-Nofels angeboten. Bei den aktuellen Quartierengpässen ist das eine willkommene Sache. Das Hochbauamt wurde bereits aktiv und begann zu prüfen, ob das Gebäude infrage kommt. Handwerker, die Feuerpolizei und Installateure wurden zu Rate gezogen. Das Ergebnis erklärt der zuständige Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP, 62): „Nach derzeitigem Informationsstand ist es technisch machbar.“ Wenn es technisch machbar ist, dann müsse man sich das anschauen. 120 Menschen hätten Platz.

Nun geht es für das Land um Detailfragen, die Kosten es Umbaus zum Beispiel, oder die Betreuung der Flüchtlinge. ORS oder die Caritas kommen dafür in Frage. Bernd Klisch (52) von der Caritas hat noch keine Informationen: „Das läuft über das Land. Wir wissen lediglich, dass man sich da ein Gebäude anschaut.“ Laut Schwärzler müsse nun zuerst vor allem mit der Bevölkerung gesprochen werden.

Feldkirch will helfen

Die Stadt Feldkirch steht der Errichtung eines weiteren Asylquartiers positiv gegenüber, wie Bürgermeister Wilfried Berchtold (61) betont. „Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Gewalt zu uns gelangen, haben ein Recht auf Unterstützung.“ In Bezug auf Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge sei die Stadt Feldkirch mit dem Land Vorarlberg und der Caritas in ständigem Kontakt. Sollten Asylwerber in das „Graf-Areal“ einziehen, werden alle Anwohner selbstverständlich rechtzeitig informiert, sagt Berchtold. Zunächst sei aber das Land am Zug.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Halle bald Asylwerber beherbergen wird, ist hoch. Quartiere werden dringend benötigt. Das gibt auch der Landesrat zu: „Wenn es keine Alternative gibt, müssen wir so eine Möglichkeit nutzen.“ Die Alternative wären Zelte, und das wolle niemand, schon gar nicht, wenn der Winter bevorsteht.

 

(Bericht in den Vorarlberger Nachrichten vom 4.9.2015)